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Antwerpen:Museum der bildenden Künste

Der blühende Handel im Mittelalter hat zu einer natürlichen Offenheit gegenüber anderen Kulturen geführt, die Flanderns reiche und international orientierte Kultur entscheidend geprägt hat.

In der klassische Musik stehen Josquin des Prez, der zu seinen Lebzeiten als der Michelangelo der Musik galt, und Orlandus Lassus für den Glanz der flämischen polyphonen (mehrstimmigen) Musik.

Vor allem aber hat die flämische Malerei einen festen Platz in der Weltkunstgeschichte. Werke altniederländischer Maler (oder „Flämischer Primitiver“) wie Jan und Hubert van Eyck, Dirk Bouts, Rogier van der Weyden, Hans Memling und Hieronymus Bosch werden in den renommiertesten Museen der Welt bewahrt.

Im 16. und 17. Jahrhundert waren der brillante Pieter Bruegel d.Ä. und seine Söhne, Peter Paul Rubens und Anton van Dyck die wichtigsten Vertreter der flämischen Malerei, die geprägt war von einer fruchtbaren Wechselwirkung zwischen der flämischen Tradition und der europäischen, vor allem italienischen Malerei. Diese Wechselwirkung ist zu einem typischen Merkmal der flämischen Kunst geworden. Auch im 20. Jahrhundert hat Flandern einige große Maler wie James Ensor, Constant Permeke oder Frits Van den Berghe hervorgebracht. Heute wirken dort Maler wie Luc Tuymans, Roger Raveel und Octave Landuyt, die weit über die Grenzen Belgiens bekannt sind.

Zeitgenössische Kunst und Kultur nehmen in Flandern wegen der Mischung aus internationalen und regionalen Kulturmerkmalen oft eine Avantgardeposition ein. Das gilt für Theater, Tanz, Bildhauerei, Musik, Mode und Literatur.

Mit ihrem Tanzensemble Rosas und ihrer internationalen Tanzschule P.A.R.T.S. hat die Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker dem zeitgenössischen Tanz neue Impulse gegeben. Andere prominente Gestalten der Tanzszene sind Wim Vandekeybus und Alain Platel. Jan Fabre und Panamarenko sind für ihre provozierenden, einfallsreichen Kunstwerke weltweit bekannt. Gerade weil sie wegen ihrer überbordenden Phantasie „typisch flämisch“ sind.

Flämische Modedesigner wie Ann Demeulemeester, Walter Van Beirendonck, Dries Van Noten und Dirk Bikkembergs sind Stars der internationalen Modeszene. Sie begründeten den Ruf der Antwerpener Mode und haben in Modedesignern wie Raf Simons, Kaat Tilley und Veronique Branquinho würdige Nachfolger gefunden.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der flämischen Bands und Sänger, die auf ausländischen Podien auftreten, immer größer geworden. Bekannte Namen sind Hooverphonic, dEUS, K’s Choice, Ozark Henry, Novastar, Soulwax, 2 Many DJ’s, Millionaire, Admiral Freebee, Vive la Fête, Arno und Axelle Red, um nur einige zu nennen.

Im Genre der Unterhaltungsmusik bricht Helmut Lotti mit seinen Interpretationen der leichten Klassik weltweit alle Verkaufsrekorde.

Klassische Musik ist in Flandern sehr beliebt. Klara, einer der flämischen öffentlich-rechtlichen Rundfunksender, sendet ausschließlich klassische Musik. Weltberühmt sind Philippe Herreweghes mit seinem Collegium Vocale, Jos Van Immerseel mit Anima Eterna, Sigiswald Kuijkens mit La Petite Bande, Paul Van Nevel mit dem Huelgas Ensemble, Paul Dombrecht mit dem Barockorchester Il Fondamento, der Operndirigent und Kontratenor René Jacobs, die Komponisten Dirk Brossé und Luc Brewaeys und viele andere Musiker, Dirigenten, Komponisten und Ensembles. Im Rahmen des jährlichen Flandern-Festivals werden überall in Flandern hunderte klassische Konzerte geboten.

Und selbstverständlich darf auch der Beitrag zahlreicher flämischer Spitzenmusiker aus der Jazz-Szene nicht vergessen werden. Seine Mundharmonika hat Toots Thielemans zu einem Star der internationalen Jazz-Szene gemacht. Aber auch die neue Generation der Jazzmusiker wie Bert Joris, Jef Neve und Frank Vaganée ist weit über Flandern hinaus bekannt. Außerdem gibt es dort mit dem Brussels Jazz Orchestra eine der besten Big Bands von Europa.

Man kann allerdings das kulturelle Niveau in einer Gesellschaft nicht nur an der Zahl der Spitzeninterpreten messen. Ebenso wichtig ist die kulturelle Partizipation der Bevölkerung: Jeder sollte die Möglichkeit haben, Kultur zu genießen und diese aktiv mit zu gestalten. Die flämische Regierung bemüht sich folglich darum, jedermann den Zugang zum kulturellen Geschehen ermöglichen. Sie unterstützt Theaterproduzenten, Choreografen, Musiker, Kabarettisten und unzählige künstlerische Ensembles. Kreatives Talent zu fördern, das hat Flandern sich zur wichtigen Aufgabe gemacht.

Kulturelle Einrichtungen wie Kulturzentren, Gemeinschaftszentren und öffentliche Bibliotheken werden von der flämischen Regierung finanziell unterstützt. Die wichtigste Voraussetzung für den Erhalt dieser Förderungen ist, dass sich genannte Einrichtungen dazu verpflichten, sich kreativ zu engagieren. Auf diese Weise fördert Flandern sowohl das Angebot als auch die Nachfrage, was zu einer zusätzlichen Verbreitung von Kultur führt.

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