Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie
Flandern spielt eine wichtige Rolle für die europäische Wirtschaft. Das ist der zentralen Lage Flanderns im Zentrum der westeuropäischen Industrie zu verdanken. Flanderns Wirtschaft zeichnet sich durch eine hohe Produktivität aus. In Flandern wird hochwertige Qualität zu marktgerechten Preisen produziert. Der größte Teil der Produktion geht in den Export. Ein großer Vorteil sind das hohe Bildungsniveau und die Mehrsprachigkeit der erwerbstätigen Bevölkerung. Und schließlich ist das System des Sozialdialogs in Flandern gut entwickelt.
Die wirtschaftliche Bedeutung Flanderns innerhalb Europa hat eine lange Geschichte. Die flämische Tuchindustrie war einst für den Wohlstand der Niederen Lande von wesentlicher Bedeutung. Noch immer gibt es in Flandern eine starke Textilindustrie. Hinzu gekommen sind die chemische und Mineralölindustrie, die Automobil-, die Diamanten- und die Metallindustrie.
Flandern hat ein ausgezeichnetes Verkehrswegenetz. Neben einem dichten Autobahn- und Schienennetz gibt es in Flandern Hunderte von Kilometern Wasserstraßen. Der Fluss Schelde ist die Lebensader des Antwerpener Hafens, des zweigrößten Hafens von Europa. Außer dem Antwerpener Hafen ist auch der Hafen von Zeebrügge von großer wirtschaftlicher Bedeutung für Flandern und Nordwesteuropa.
Der internationale Flughafen von Brüssel (in Zaventem) macht Flandern für Reisende aus der ganzen Welt leicht erreichbar. In Deurne bei Antwerpen und in Ostende gibt es Regionalflughäfen. Deurne hat sich auf Geschäftsreisende, Ostende auf Fracht spezialisiert.
Flandern ist nachhaltig darum bemüht, eine innovative Informationsgesellschaft zu fördern. An den flämischen Universitäten werden hoch qualifizierte Experten und Forscher auf höchstem Niveau ausgebildet. Absolute Priorität genießt die Zusammenarbeit zwischen Universitäten, der Regierung und der Industrie. Flandern nimmt in den Bereichen Biotechnologie, Mikroelektronik, Multimedia und Informationstechnologie eine Vorreiterrolle ein.
Das Interesse an Allgemeinbildung ist in Flandern groß. Das beweist schon die Zahl der Besucher des flämischen Wissenschaftszentrums Technopolis in Mecheln. Und die flämische öffentlich-rechtliche Rundfunk- und Fernsehanstalt VRT strahlt bereits seit Jahren Wissenschaftsmagazine und Quizsendungen aus, die sich größter Beliebtheit erfreuen und mehrfach preisgekrönt wurden, wie „Jongens en Wetenschap“ (Jungs und Wissenschaft) oder „Hoe? Zo!“ (Wie? So!).
Die flämische Regierung will die flämische Wirtschaft zu einer „kreative Wirtschaft” umgestalten. In diesem Zusammenhang wurde das neue Projekt Flanders, District of Creativity entwickelt. Mit diesem Projekt will die flämische Regierung kreativen Unternehmern mehr Spielraum geben. Ziel der Initiative ist es, die flämische Wirtschaft zu stärken. Auf internationaler Ebene heißt dies, dass mit ausländischen Regionen über politische und wirtschaftliche Themen zusammengearbeitet wird. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, geschäftliche Perspektiven aufzuzeigen.