Menuett | Louis Paul Boon
Einsamkeit, Isolation und Kälte: Ein Mann, seine Frau und ihr junges Dienstmädchen. Der Mann geht einer monotonen Arbeit in einem Eiskeller nach. Seine Frau ist ihm entfremdet. Das Dienstmädchen beobachtet beide distanziert und liebt die Provokation…
Louis Paul Boon (1912–1979) machte sich mit seinen sozialkritischen und durch Realismus geprägten Romanen seit den 1940er Jahren als "Erneuerer der flämischen Prosa" einen Namen. Er erhielt zweimal den belgischen Staatspreis, wurde für sein Gesamtwerk mit dem Constantijn-Huygens-Preis ausgezeichnet und war mehrmals im Gespräch für den Literaturnobelpreis.
Beim Erscheinen von Menuett 1955 galt der Roman als Boons bis dahin bestes Werk. Einer der wichtigsten flämischen Kritiker, Julien Weverbergh, feierte den Roman als „Lolita in Flandern“, in Anspielung auf Vladimir Nabokovs im gleichen Jahr erschienenen Roman Lolita.
Der Roman ist auf Platz 3 der SWR-Bestenliste Januar 2012 gewählt worden.
Aus dem Niederländischen von Barbara und Alfred Antkowiak
Alexander Verlag Berlin|Köln, Oktober 2011
152 Seiten
ISBN 978-3-89581-250-7