WUPPERTAL | James Ensor, Schrecken ohne Ende

James Ensor, Skeleton Painter
James Ensor, Skeleton Painter

bis zum 8. Februar 2009

Als Meister des Bizarren und Grotesken in der Malerei hat es James Ensor zu Weltruhm gebracht. Ein unbekanntes Kapitel ist allerdings noch immer der Einfluss des flämischen Symbolisten auf spätere Künstlergenerationen. Dem geht das Von-der-Heydt-Museum Wuppertal in seiner umfassenden Darstellung "James Ensor - Schrecken ohne Ende" unter einem speziellen Aspekt nach.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Ensors Werke, die immer wieder neue Rätsel aufgeben und die Betrachter in ungläubiges Staunen und blankes Entsetzen versetzen.
Ensors grimmige Maskeraden zwischen morbidem Schauer und närrischem Mummenschanz sind geprägt durch Theatralik. Der Ingrimm ihrer Inszenierung ist durch spielerische Momente und durch Ironie gemildert. Ensors Bildwelt nimmt eine elementare Erfahrung der Moderne vorweg: den Einbruch des Irrationalen in eine vermeintlich wohl geordnete Welt.
Schon in den Arabesken seiner frühen Zeichnungen zeigt der 1860 in Ostende geborene und dort 1949 gestorbene Künstler, wie im gediegenen bürgerlichen Interieur das Phantastische lauert. Und wie das Unheimliche schemenhaft Gestalt gewinnt.

Das hat nicht nur seine engsten Freunde wie Fernand Khnopff, Félicien Rops, Leon Spilliaert und Guillaume Vogels sondern auch Expressionisten wie Emil Nolde und Erich Heckel, sogar Wassily Kandinsky und Paul Klee, selbstverständlich Surrealisten wie Dali oder Max Ernst, den sozialkritischen Realismus eines George Grosz, Cobra-Künstler wie Asger Jorn und Pierre Alechinsky bis hin zu Georg Baselitz beeinflusst. Berliner Künstlergruppen wie "Raindrops" oder "Bonjour Mr. Ensor" berufen sich heute sogar ausdrücklich auf den Flamen.

Um diesen Einfluss zu belegen, hat das Von-der-Heydt-Museum keinen Aufwand gescheut. 50 Gemälden Ensors und 60 Arbeiten auf Papier stehen ebenso viele Arbeiten von ihm beeinflusster Künstler gegenüber. Und so wirkt diese Ausstellung wie ein Parcours durch die Kunstgeschichte der letzten 130 Jahre.

www.von-der-heydt-museum.de
www.ensor-ausstellung.de
T: 0202.5636231
Öffnungszeiten: Di bis So von 11 bis 18 Uhr, Do von 11 bis 20 Uhr, Mo geschlossen